Anerkennung der Kurdischen Identität

Gleiche Pflichten. Gleiche Rechte.

Thursday, Sep 20th

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Rıza Baran: "Über die Notwendigkeit der Petition"

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Riza Baran

Um eine Fortsetzung von Verfolgung und Repression, wie sie im Mittleren Osten Fakt ist, in den westeuropäischen Aufnahmeländern zu verhindern, halten wir es für notwendig, dass wir als Minderheit in diesen, unseren Gesellschaften, darin unterstützt werden, unsere Kultur und Sprache zu pflegen.

Wir berufen uns dabei auf das Europarat-Abkommen von 1998 (Rahmenabkommen des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten in Europa), welches von allen 41 Mitgliedsstaaten unterzeichnet wurde.

Auch in Artikel 3 des Grundgesetzes ist die Gleichberechtigung (Gleichheitsgrundsatz) als Staatsziel festgeschrieben. Bisher sind allerdings rund 90% der nicht-deutschen Bevölkerung vom Minderheitenstatus ausgeschlossen (Ausnahmen sind Friesen, Sorben, Sinti & Roma, Dänen). Eine staatsbürgerliche Anerkennung durch Minderheitenrechte tut Not, damit die Mentalität einer integrativ wirkenden multikulturellen Gesellschaft wachsen kann.

Eine Anerkennung als Minderheit würde es ermöglichen, dass wir uns in allen politischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Bereichen dieser Gesellschaft beteiligen können und beteiligt werden. Unter anderem, aber nicht nur, geht es um folgende Punkte:

Die Ausweitung des muttersprachlichen Unterrichts auf alle Bundesländer

Die Anerkennung des Newroz-Festes als Feiertag, welches von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt ist und

um die Gleichbehandlung der KurdInnen mit allen anderen ImmigrantInnengruppen in Deutschland.

Die Diskussion mit VetreterInnen der kurdischen Gemeinschaft soll endlich auf Augenhöhe stattfinden.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (BAGIV) vertritt zwar auch die kurdischen Verbände, aber dies ist kein Ersatz für eine direkte Miteinbeziehung und Mitbestimmung der KurdInnen selbst. Immerhin handelt es sich hier um eine Gruppe von etwa 1 Million Menschen.

Die beste Basis für eine interkulturell sich entwickelnde Integrationsidentität in dieser Gesellschaft ist die Sicherheit für eine Minderheit, dass sie sich bezüglich ihrer Sprache und Herkunftskultur selbständig betätigen und entwickeln können.

Das Problem scheint, dass die Bundesrepublik aus außenpolitischen Gründen die KurdInnen den Herkunftsstaaten zuordnet, aus denen sie geflohen oder als ArbeitsemigrantInnen fort gegangen waren. Nicht wenige sind sogar schon in Deutschland geboren.

Leider wird dadurch die Repression der KurdInnen in den dortigen Staaten (Türkei, Irak, Iran, Syrien) hier indirekt fortgesetzt. Diese Art von unzeitgemäßer Ignoranz belastet leider die hiesigen Integrationsfortschritte.

Rıza Baran

 

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